Ohne Wasser kein Leben

WasserWarum können wir ohne Wasser nicht überleben? Und warum versagt unser Körper schon nach drei Tagen ohne Flüssigkeit? Ohne Essen hält er es doch mehrere Wochen aus…

Unser Körper besteht zu mehr als der Hälfte aus Wasser. Bei Säuglingen liegt der Wasseranteil sogar bei über 90 %, eindeutig zu erkennen an der weichen und prallen Haut. Mit dem Alter sinkt der Wassergehalt im Körper, die Haut wird faltiger. Außerdem nimmt die Muskelmasse ab und so verliert der Körper Wasser, denn es ist in den Muskeln gebunden.

Was bewirkt das viele Wasser in unserem Körper? Es dient hauptsächlich als Transportmittel und als Lösungsmittel und ist so die Grundlage aller Stoffwechselvorgänge.

Es hält Haut und Schleimhäute feucht (Abwehr gegen Bakterien und Viren), transportiert Sauerstoff über die Blutbahn zu den Zellen (erhält körperliche und geistige Leistungsfähigkeit), bringt Hormone und Immunzellen zu ihren Wirkungsorten, befördert Nährstoffe vom Darm zu den jeweiligen Verwendungsorten, entsorgt Abfall- und Giftstoffe über die Nieren und ist unsere körpereigene Klimaanlage (Wärmeregulation durch Verdunstung von Schweiß).

Letzteres ist der Hauptgrund für Flüssigkeitsverlust. Sommerliche Temperaturen, körperliche Arbeit und Sport regen die Schweißproduktion an. Je mehr wir schwitzen, desto mehr Wasser müssen wir nachschütten.

Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt 30-40 ml Wasser pro kg Körpergewicht täglich. Das entspricht bei 70 kg Körpergewicht einer Wasserzufuhr von 2,1-2,8 l täglich. Die Empfehlung bezieht sich allerdings auf Getränke und wasserhaltige Lebensmittel. Da die meisten Menschen sich in der Regel nicht ausreichend von wasserhaltigen Lebensmitteln wie Gemüse und Obst ernähren, empfehle ich, unabhängig von der Nahrungszufuhr, mindestens 2 Liter täglich zu trinken.

Wir sollten regelmäßig über den Tag verteilt trinken. Unser Körper reagiert bei der Wasseraufnahme wie ein Schwamm. Ein trockener Schwamm kann einen Schwall Wasser nicht aufnehmen. Ein feuchter Schwamm dagegen nimmt Tropfen für Tropfen auf. Auf den Körper übertragen heißt das: Wenn wir den ganzen Tag über nichts trinken und dann abends einen Liter auf einmal abpumpen, läuft das Wasser einfach durch. Der Körper kann es nicht aufnehmen. Wenn wir über den Tag verteilt in regelmäßigen Abständen eine kleinere Menge Wasser trinken, kann der Körper das super aufnehmen. In Zahlen: Unser Körper kann maximal 200 ml pro viertel Stunde aufnehmen.

Der Bedarf wird erhöht durch Hitze, trockene kalte Luft, vermehrtes Schwitzen (Sport, körperliche Arbeit), Fieber, Erbrechen, Durchfall, salz-, protein- und ballaststoffreiche Ernährung und Medikamenteneinnahme.

Was geschieht bei einem Mangel? Durch die eben genannten Umstände kann es schnell mal zu einem Mangel kommen.

Zuerst empfinden wir Durst. Unser Körper leidet schon unter einem Flüssigkeitsmangel, wenn wir Durst haben. Deshalb sollten wir immer regelmäßig trinken, auch wenn wir keinen Durst verspüren.

Als nächstes sinkt unsere körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, wir werden müde und schwach. Es kann zu Krämpfen und Übelkeit kommen.

Weitere Folgen sind Verstopfung (Körper zieht vermehrt Wasser aus Darminhalt) und erhöhte Infektanfälligkeit (trockene Schleimhäute).

Wenn wir jetzt nicht unseren Wassertank füllen, kommt es zu Schwindel und Kopfschmerzen. Das Blut wird dickflüssiger und kann die Zellen nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen. Es kann zu Atemnot und Gehunfähigkeit kommen.

Wenn wir dann immer noch nichts trinken, folgt Bewusstlosigkeit und schließlich der Tod.

Das hört sich nun dramatisch an. Doch wenn wir bedenken, dass all dies innerhalb von drei Tagen geschieht, sollten wir es, gerade bei hohen Temperaturen, wirklich ernst nehmen.

Geeignete Flüssigkeitslieferanten sind Wasser und ungesüßte Tees. Beim Wasser sollten wir am besten zu Mineralwasser greifen und die Etiketten vergleichen. Wasser ist nicht gleich Wasser. Es gibt große Unterschiede im Mineralstoffgehalt. Wenn wir bedenken, dass mit dem Schweiß nicht nur Wasser, sondern auch Elektrolyte (Magnesium, Calcium, Kalium, Natrium und Chlorid) verloren gehen, sollten wir mineralstoffreiches Wasser trinken. Vor allem, wenn die Nahrung nicht ausreichend Mineralstoffe enthält. Mehr dazu im Artikel „Mineralstoffe und Spurenelemente – was genau ist der Unterschied?“.

Wem Wasser zu langweilig schmeckt, kann z. B. einen Spritzer Zitronensaft dazugeben, Ingwerwasser und ungesüßte Tees trinken. Viele Sorten schmecken auch kalt und passen perfekt zum Sommer. Pfefferminztee stillt nicht nur den Durst, sondern kühlt und erfrischt auch noch von innen.

Fruchtsäfte enthalten viel Zucker und sollten nur mäßig getrunken werden. Am besten als Schorle mit 1 Teil Saft und 2 Teilen Wasser.

Von Softdrinks, Eistee und Energydrinks sollten wir besser die Finger lassen. Sie sind voll mit Zucker und nicht als Flüssigkeitslieferanten geeignet.

Demnächst veröffentliche ich einen Zuckervergleich verschiedener Getränke in Form von Zuckerwürfeln. Natürlich bekommt ihr auch zuckerfreie Alternativen zum Selbermachen dazu 😉 Lasst euch überraschen!

Zum Schluss noch ein paar Worte an alle, die abnehmen möchten: Trinkt, trinkt, trinkt. Nicht falsch verstehen, ich rede von Wasser.

Bei den ganzen Stoffwechselprozessen im Körper, vor allem während einer Gewichtsreduktion, fallen rund um die Uhr Abbaustoffe an, die entsorgt werden müssen. Das geschieht über die Nieren. Wenn wir zu wenig trinken, sind die Nieren mit der Entgiftung überfordert und die Leber muss einspringen. Da die jedoch die Fette zur Verbrennung in der Muskulatur aufbereitet, wird die Fettverbrennung ausgebremst. Die Giftmüllentsorgung hat Vorrang, denn sie ist überlebenswichtig. Die Fettverbrennung kann warten. Dazu kommt noch, dass Wasser Baustein für die Muskulatur ist. Je weniger Muskeln, desto weniger Fettverbrennung. Und dann gibt die Leber auch noch weniger Fette zur Verbrennung frei.

Na wenn das keine Gründe dafür sind, Wasser zu trinken 😉

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